Klavierspieltechnik Tipps

Beim Klavierspielen ist darauf zu achten, dass stets eine lockere und entspannte Haltung eingenommen wird.

1. Grundsätzlich beim Klavier spielen ist zu beachten:


- Setze dich mittig vor das Klavier.
- Stelle die Sitzhöhe des Hockers so ein, dass deine Ellenbogen sich ungefähr auf Höhe der Tastatur befinden.
- Setze dich nicht zu nahe vor das Musikinstrument.
- Sitze grundsätzlich aufrecht, also mit geradem Rücken.
- Die Hände befinden sich über den Tasten, die Finger sind rund eingestellt.
- Die Schultern fallen locker nach unten und werden nicht hochgezogen. (Hier werden bei Anfängern die meisten Fehler gemacht, woraus sich schnell eine verspannte Haltung entwickeln kann).
- Die Oberarme, bzw. Ellenbogen liegen locker seitlich am Körper an und werden nicht vom Körper wegbewegt.



2. Hand - und Fingerhaltung

Wir legen unsere Hände über die Tastatur. Jeder Finger bekommt eine Taste. Die Tasten werden bis zum Tastenboden herunter gedrückt. Die Finger sind rund. Bei einer guten Fingerstellung sind die Fingergrundgelenkknöchelchen auf dem Handrücken leicht zu sehen. Unser Handgelenk halten wir so hoch, dass der Daumen leicht schräg von oben auf die Tasten trifft.

Tipp: Um die richtige Fingerhaltung zu finden stellen wir uns vor, dass wir mit den Fingern leicht über die Tastatur kratzen wollen. (Finger dabei nicht zu rund machen, sonst spielen wir auf den Fingernägeln).

Um die Spieltechnik auf einem Tasteninstrument verständlich darzustellen, unterteile ich meine Erläuterung in 2 Kapitel: die Fingertechnik und die Handgelenktechnik.

3. Die Fingertechnik

Es ist dem Schüler dringend zu empfehlen, sich schon zu Beginn der Klavierausbildung eine richtige Fingertechnik anzueignen. Eine falsche Fingertechnik erschwert nicht nur unnötigerweise das Musizieren auf dem Klavier, sondern führt auch zu einem schlechten Klangeindruck. Selbst die einfachsten Musikstücke hören sich dann stümperhaft und unbefriedigend an.

Es gibt für den Anfänger 3 Dinge zu beachten:
- Mache beim Spielen deutliche und große Fingerbewegungen
- Achte bei jedem einzelnen Finger auf die richtige Haltung
- Spiele die Finger so hintereinander, dass zwischen den Tönen keine Lücken oder Pausen entstehen.

Große und deutliche Fingerbewegungen sind zu Beginn der Ausbildung wichtig, um die Beweglichkeit, die Schnelligkeit und die Muskelkraft der Finger zu fördern. Außerdem sind große Bewegungen besser zu kontrollieren als kleine Bewegungen. Auf diese Weise vermeidet man den typischen Anfängerfehler, dass die Finger „weglaufen“. Das gleichmäßige hintereinander Wegspielen der Finger ist wichtig, um auch später bei einem schnellerem Spieltempo die Kontrolle über die Finger zu behalten.

Die richtige Stellung eines jeden einzelnen Fingers ist ebenfalls von großer Bedeutung, wenn es um die Gleichmäßigkeit und den Spielfluss geht. Steht ein Finger nicht stabil auf den Tasten, hat das zur Folge, dass die darauffolgenden Finger in ihren Bewegungen schlechter zu kontrollieren sind. Die Finger fallen unkontrolliert und ungleichmäßig auf die Tasten. Außerdem wird der Schüler niemals ein richtiges Gefühl für die Tastatur und den Tastenboden entwickeln.

Es ist daher ratsam, sich zu Beginn der Ausbildung mit jedem Finger einzeln auseinander zu setzen, um für jeden Finger eine stabile Stellung zu finden. Es kann bei Schülern unterschiedlich lange dauern, bis sie sich an eine richtige Fingerstellung gewöhnt haben. Einige Schüler lernen es innerhalb von 1 – 2 Tagen. Andere brauchen etwas mehr Zeit. Wichtig dabei ist, nicht die Geduld zu verlieren. Das Üben wird sich später auszahlen.

Zum letzten Punkt. Wenn nicht ausdrücklich in den Noten etwas anderes verlangt wird, spielen wir die einzelnen Töne so hintereinander, dass keine Pausen / Lücken entstehen. Der jeweilige Spielfinger wird so lange auf dem Tastenboden gehalten, bis er von einem anderen Finger „abgelöst“ wird. Diese Spielweise, bei der die Töne ohne Pausen aneinander gebunden werden, bezeichnet man als „Legato“.

„Legato“ bedeutet übersetzt: gebunden. Eine andere Spielweise, bei der die Töne nicht aneinander gebunden werden, bezeichnet man als „Non-Legato“ (= nicht gebunden). Dieser Effekt entsteht zum Beispiel automatisch, wenn wir 2 gleiche Töne hintereinander spielen: Da man zweimal die gleiche Taste hintereinander nicht gebunden spielen kann, setzen wir zwischen diesen Tönen von ganz allein ab. Bei Tönen auf unterschiedlichen Tasten setzt der Spieler beim Non-Legato bewusst zwischen den Tönen ab.

Ein guter Spieler sollte mit beiden Vortragstechniken gleichmäßig und sicher umgehen können. Dazu bedarf es aber einiger Übung.

Hier kommt für den Anfänger zum ersten Mal die Handgelenktechnik mit ins Spiel !!

4. Handgelenktechnik

Die Handgelenktechnik gehört zu dem Teil der Spieltechnik, der für den Zuhörer/Zuschauer nicht so offensichtlich wird. Dass man die Finger beim Klavierspielen bewegen muss, ist klar. Aber was hat das Handgelenk bei der Spieltechnik für eine Bedeutung?

Die Handgelenktechnik ist ganz entscheidend, um beim Spielen locker zu bleiben und macht ein flüssiges und leichtes Spiel auf den Tasten erst möglich. Wir unterscheiden bei der Handgelenktechnik zwischen "Spielstellung" und "Ruhestellung".

In der "Spielstellung" befinden sich die Hände wie in dem Kapitel "Haltung" besprochen auf der Tastatur. Die Unterarme halten wir locker, so dass das Gewicht der Unterarme die Tasten herunterdrückt und von den Fingern gestützt wird.

Um aus der "Spielstellung" in die "Ruhestellung" zu gelangen, heben wir die Unterarme von der Tastatur. Dabei entspannen wir die Handgelenke, so dass unsere Hände auf die Tastatur herunterhängen. Unsere Fingerspitzen sollten dabei die Tasten berühren.

Dabei ist zu beachten, dass die Schultern und Ellenbogen nicht hochgezogen werden!

Man kann vereinfacht sagen, dass die Handgelenktechnik dem Musiker die Möglichkeit bietet, sich während des Spielens zu entspannen (in der Ruhestellung). Außerdem verleiht sie dem Spiel Schwung in dem Moment, in dem man mit dem Handgelenk aus der Ruhestellung in die Spielstellung zurückfällt. Dadurch bekommt das gesamte Klavierspiel den richtigen "Schmiss". Schon bei den einfachsten Stücken ist diese Bewegungstechnik von großer Hilfe.

Wenn es um schwerere Stücke geht, mit schnellen Passagen (schnelle Läufe, schnelle Akkordbrechungen, schnelle und große Sprünge u.s.w.) wird diese Technik unentbehrlich. Sie macht das Spielen solcher Stücke erst möglich.

In der Regel sind die Bewegungsabläufe für den Laien nicht erkennbar. Besonders bei schnellen Stücken werden die Handgelenkbewegungen so schnell und in so geringen Umfang ausgeführt, dass sie kaum erkennbar werden. Aber sie sind da. Jeder professionelle Pianist benutzt diese Technik.

Wenn Spielstellung und Ruhestellung einstudiert sind, muss als nächstes der flüssige Bewegungsablauf zwischen diesen beiden Handgelenkstellungen gelernt werden. Da es bei diesem Bewegungsablauf ganz entscheidend auf das Timing ankommt, erlernt man es am besten, indem man es von jemandem gezeigt bekommt. Das Beherrschen dieses Bewegungsablaufes ist die Grundlage für ein erfolgreiches Lernen. Die Handgelenktechnik wird in jedem Stück in vielfacher Weise angewendet.